Freitag, 5. Februar 2016

Spontan am Freitag - Ist Angst wirklich vererbbar?

Trakianisches Bier wird gerade in 10 Vorne getrunken. Riker, der immer wenn er nicht im Dienst ist so tut, als wäre er ein normaler Mensch. Vorgesetzte haben schon schwer. Die Gratwanderung zwischen Chef und Mensch fällt so Manchem nicht besonders leicht. Ich hatte mal Einen, der wollte eigentlich gar keiner sein. Nur als Chef verdient man halt mehr. Er persönlich wäre wahrscheinlich sogar mit dem Gehalt eines Nicht Chef zufrieden gewesen, aber da war noch seine Frau, die gerne einkaufen ging, wenn er von der Arbeit kam.


Chef wollte er deshalb nicht sein, weil er im Grunde Angst hatte. Vor allem vor seinen Mitarbeitern, seinen Untergebenen. Er wollte auch nicht, dass man ihn Chef nannte, weil er Angst vor der Verantwortung hatte, die das Chef sein so mit sich brachte. Darum war er auch immer nett zu allen. Selbst wenn er sauer war, oder sagen wir, wegen des Chef sein sauer sein musste, dann war er nett. Denn er hatte Angst, man könnte ihn nicht mögen. Deshalb konnte er auch niemanden entlassen, selbst wenn er jemanden entlassen musste. Er war dann immer heilfroh, wenn der zu Entlassende sich sozusagen selber entließ, durch sein Verhalten, oder so.

Manchmal musste ich meinen Chef dran erinnern, das er der Chef war, was er mir insgeheim auch übel nahm. Insgeheim natürlich nur. Gesagt hätte er mir das nicht. Darum war er dann auch froh als ich krank wurde. Da war ich dann erstmal ´ne Weile aus´m Weg. Und was er wohl innerlich gejubelt hat, als ich so krank wurde, dass ich gar nicht mehr wieder kommen konnte. War schon ein komischer Chef, der Chef ...

Jetzt muss ich mich aber ran halten, sonst ist gar nicht mehr Freitag. Im Bild der Wissenschaft kann man lesen, dass Kinder die Ängste ihrer Eltern erben, durch so genannte epigenetische Anweisungen. Das sind molekulare Schalter, die bestimmte Gene an- und ausschalten, steht da. Ok, soweit klar. Bisher nahm man an, Ängste "vererben" sich eher durch die Sozialistion, bzw, durch das Beispiel der Eltern, denen man ja oft genug dabei zuschauen kann und muss, wenn sie Angst haben, auch wenn die immer meinen sie könnten das verbergen.

Und so wie viele andere Verhaltensweisen übernehmen Kinder auch die Ängste der Eltern. Klingt ja auch erst mal ganz logisch. Warum sollte ein Kind ausgerechnet bei der Angst eine Ausnahme machen. Ich meine, schön wär´s. Doch nur weil man viele Jahre lang gelernt hat, woher die eigenen Ängste stammen, heißt das ja noch lange nicht, das man sie auch auflösen kann. Als Erwachsener. Als Kind wäre das geradezu traumhaft. Was könnte man sich ersparen, an Schmerz, Selbstmitleid und Traurigkeit, über die eigenen Defizite.

Nun hat man aber wohl nun, in der Epigenetik-Forschung erforscht, dass es noch andere Ursachen gibt, die etwas komplizierter scheinen, aber im Grunde ganz einfach sind. Denn die Epigenekologen sagen jetzt, Verzeihung, das muss ich so abschreiben: "Epigenetische Steuersignale in Form von DNA-Methylierungen, Histon-Modifikationen und Mikro-RNAs verändern die Häufigkeit, in der bestimmte Gene abgelesen werden." Ok ..., auch soweit kl ..., also so ..., Dinge verändern, oder sollte es nicht besser heißen, beeinflussen die Bildung bestimmter Gene, oder verändern die die während der Schwangerschaft immer mal wieder, wie sie lustig sind? Wäre vielleicht nochmal zu klären.

Ist aber nicht so wichtig, im Moment, denn die Frage ist ja, ist das tatsächlich so, nur weil ein paar Wissenschaftler das jetzt mal raus gefunden haben? Dann wäre das doch ein ziemlich Hammer, weil das wäre ja, ich wage es kaum auszusprechen und zu schreiben, sozusagen das Todesurteil der klassischen Psychologie, oder zumindest weiter Teile der Psychotherapie, denn nochmal: Was nützt mir das Wissen der vermeintlichen Ursache, wenn ich an der Auswirkung praktisch nichts mehr ändern kann?!




Und noch schlimmer, wäre das fast eine Legitimation für die Gnade der medikamentösen Erlösung. Ach du scheiße, gut das wir hier unter uns sind. Also, liebe Freunde der gehobenen Boshaftigkeit, bitte sagt es nicht der Pharma-Industrie weiter, die machen da glatt ´ne Werbekampagne drauß. Pssssssssssst!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.