Montag, 16. April 2018

Die Serienbeobachtung: Young Sheldon Und The Big Bang Theory

Herzlich willkommen bei "Die Serienbeobachtung, Liebe Freunde des Tiefpunkts! Wie man sich vielleicht schon denken kann soll es in dieser Rubrik um Fernsehserien gehen. Nur um Fernsehserien. Mordserien haben dabei nur eine begleitende Funktion. Wie in der Überschrift erkennbar, soll es heute um das sogenannte "Spin-Off" der Serie "The Big Bang Theory" gehen, " Young Sheldon". Wie auch unverkennbar handelt es sich hierbei um die Geschichte der Kindheit von Sheldon Cooper, einer der Hauptfiguren von "The Big Bang Theory". Deshalb heißt auch der eigentliche Untertitel unserer heutigen Ausgabe: "Die Gratwanderung der Glaubwürdigkeit - Young Sheldon vs. Chuck Lorre".

Und nachdem das klar ist, gehen wir erst mal schnell in die Reklame. Bitte bleiben sie dran. wenn Sie schon nicht drin sind ..., geschweige denn drauf, aber das ist nun wirklich ein ganz anderes Thema.
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So, nun aber wirklich weiter mit unserer heutigen Serien Beobachtung:

"Die Gratwanderung der Glaubwürdigkeit - Young Sheldon vs. Chuck Lorre"

Es gibt ja wirklich nicht mehr allzuviele Dinge auf dieser schnöden Welt, die ich besonders gerne habe. Die US-Sitcom "The Big Bang Theory" ist tatsächlich eines davon. Was man nun von der Produzenten Riege, angeführt von Chuck Lorre halten mag, also ob man es lieber auf Charlie Sheen Art sieht, der König Lorre für einen Despoten hält, sei mal draußen im Valley gelassen. Vielleicht ist das so, wahrscheinlich sogar, also das man als Produzent auch irgendwo Despot sein muss. Aber es gab auch schon immer Könige die vom Volk gemocht wurden.
Und ich kann schwerlich darüber hinweg sehen, dass der Herr seine Finger schon in "Roseanne", "Grace", "Dharma & Greg", "Mike & Molly", "Mom", ja und natürlich in "Two and a Half men" und "The Big Bang Theory" stecken hatte und damit durchaus einigen Menschen Freude bereitet hat.

Und so war ich natürlich gespannt, wie die Stimmung beim letzten Fernseh-Duell von Trump und Clinton, was das "Spin-Off" so bringen mag, von dem CBS schon die zweite Staffel bestellt hat. Vor allem was die Umsetzung der Aussagen in der Original Serie zu den Ereignissen in Sheldon Coopers Kindheit betraf.

Und ..., was soll ich sagen ..., irgendwie ist es ganz doll komisch ...

Nicht das einem die Produktion, wie so oft mit der Zeit, nicht doch ans Herz wächst, aber so manches hat mich zunächst etwas enttäuscht.

Perry/Metcalf
Da wäre zuallererst Sheldons Mutter. Vielleicht liegt es daran, das Laurie Metcalf, die man schon aus der Serie "Roseanne" kannte und die bei "TBBT" die Mutter spielt, nicht zu übertreffen, bzw. zu ersetzen ist, obwohl sich Zoe Perry als Mutter die größte Mühe gibt, ihren eigenen Platz zu finden. Doch was Laurie Metcalf so großartig macht, diese rüde, texanische Pseudo-Frömmigkeit, die sie bis hin zum Sex mit Sheldons Vorgesetzen ausreizt und dennoch immer irgendwie ihre ganz eigenen Keuschheit behält, ist das was ich bei der "Jungen Mutter"  Zoe Perry sehr vermisse. Gut, vielleicht kommt das ja noch, denn eigentlich sollte Sheldons Vater ja nicht mehr allzu lange leben.

 So jedenfalls das Bild, das Sheldon in "TBBT" hinterlässt, wo der Vater durch seinen äußerst übertriebenen Alkoholkonsum in seiner Art rüder, texanischer Unfrömmigkeit, einen recht frühen Tod stirbt. Doch weder sitzt Lance Barber  betrunken auf dem Dach und zerschießt die Lieblings-Sammeltassen der Mutter, noch zwingt er Sheldon, von Beleidigungen begleitet, zum regelmäßigen Anschauen des wöchentlichen Football Spiels im Fernsehen.

Statt dessen bedient sich der, nicht besonders erfolgreiche, Schulmannschafts-Trainer Sheldons mathematischer Fähigkeiten und ist auch sonst selten laut , oder ausfallend. Wem Lance Barber übrigens bekannt vorkommt, der einnert sich sicher an die Folge "The Big Bang Theory", in der Leonard von seinem alten Klassen - Peiniger - Mobber -Kameraden besucht wird (Episode 5x11). Da sieht der allerdings noch etwas jünger aus und ist nahezu perfekt für die Rolle. Ein wenig von der Rücksichtslosigkeit, mit der er damals Leonard zur "Neurotischen Schwuchtel" gemacht hat, könnte er durchaus heute gebrauchen. aber vielleicht kommt ja auch das noch.

Auch Sheldons Geschwistern würde ich gerne noch ein wenig Zeit geben, in der sie ganz sicher noch an etwas Tiefe gewinnen werden. Bestimmt sogar ...
Die Großmutter, hier mit dem altbekannten: "Meemaw" bezeichnet und angesprochen, erinnert mich immer noch etwas zu sehr an die Mutter in "Mom", propagiert sie doch Sachen wie Alkohol und Tabak in der Schwangerschaft wären nicht ganz so wild, was die spätere "Reue Lite" Eingebung, dass so einige Whiskeys vielleicht doch geschadet hätten, nicht ganz entkräftet. Doch letztendlich ist Meemaw für Sheldon eben das Tor zur Realität, was einem die Eltern ja doch ganz gerne noch so lange wie möglich ersparen wollen. So nennen sie es jedenfalls, wenn ihnen die Anstrengung zu groß ist und sie Gründe brauchen um ihre Lügen zu legetimieren.

Dadurch das "Young Sheldon" nicht wie "TBBT" live im Studio, vor Publikum und mit Multi-Kamera Technik gedreht wird, sondern mit der Single Kamera und ohne die Einblendung von Lachern aus der Konserve, bekommt die Serie schon  hierdurch etwas sehr eigenes, was von Seiten der Produzenten das betreten von Neuland bedeutet und damit schon mal für ´ne Menge Bauchschmerzen im Vorfeld. Ich finde die Entscheidung der anderen Technik durchaus gelungen. Aber gut, nach so vielen Jahren sollte es eigentlich kein Problem sein auch im Neuland professionell zu arbeiten.

Der eigentliche Stil der Sendung, nämlich als Erzählung der Erinnerungen des erwachsenen Sheldon, dessen Stimme, also die von Jim Parsons, auch die Rolle des Erzählers übernommen hat, ist eine der Neuheiten im Hause Lorre und Co. Und dieser welcher Parsons hat seinem, nach langem Casting dann feststehenden jüngerem Pendant, dann auch ans Herz gelegt, sich so wenig wie möglich von ihm ab zuschauen und ganz sein "eigenes Ding" zu machen.


Und das macht der kleine Klugscheißer namens Ian Armitage dann auch mit Bravour. Ich weiß nicht, wie viele Castings, bzw. Video-Bewerbungen die Firma machen musste, aber ich bin sicher, es war sofort klar, dass der 9 jährige "Vorzeige-Nerd" die einzig wahre Besetzung ist. Dieser sitzt schon länger vor der Kamera, betreibt er doch einen You Tube Kanal, auf dem er Rezensionen von Broadway Theaterstücken zum Besten gibt, wobei er schon hier gerne mal die Fliege um den Hals geworfen hat. (Was ich ehrlich gesagt nur über Dritte gehört und noch nicht überprüft habe. Vielleicht seid ihr so lieb und macht das mal!)

Mir ist er jedenfalls schon mitten ins Herz gewachsen. Man glaubt ja gar nicht wie schwer das Leben sein kann, wenn man 2-3 Funken Verstand bei sich hat. Und so kämpft sich der Mini-Sheldon durch die Tsunamis der Blödheit und der Unlogik und lässt sich dabei hier schon nicht die Butter vom labberigen Weißbrot nehmen. Trotzdem ist es schön mitanzusehen, wie er langsam und Mithilfe eines Eidetischen Gedächtnisses erst lernen muss, mit der Pseudomoral der Erwachsenen Welt klarzukommen.

Ick komm ausn Wedding, ick weeß wat ick sage. Wohl dem Kinde, dessen Eltern noch nicht ganz verblödet sind. Vielleicht kann es sich dann durch Hinterfragen und gute Antworten entwickeln und nicht durch die Weitergabe der eigenen Meinung, oder irgendwelcher Befehle, die noch heute allgemein als "Sowas hat ja noch keinem geschadet" Erziehung bekannt ist.

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