Sonntag, 6. Januar 2019

Kleine Kurzgeschichten für düstere Abende


Ich hätte es auch "Kurzgeschichten für Erwachsene zur Guten Nacht" nennen können, oder einfach "Kurze Geschichten", also sucht Euch was aus, denn hier gibts ab sofort sowohl die Ecke für abgeschlossene Geschichten, als auch für Text-Ausschnitte, aus dem gerade entstehenden Buch mit..., na ja Gechichten eben. Doch auch, wenn es sich um Gute Nacht Gecshichten handelt, so würde ich davon abraten Kinder daran teilhaben zu lassen!


Hier Teil 1 unserer neuen Reihe: Behandle deinen Nächsten wie dich selbst!



I. 
Behandle deinen Nächsten wie dich selbst!

Man kann ja sagen was man will, aber wenn es diesen Zimmermanns Sohn, dessen Geburtstag wir gerade mal wieder, wie immer zum falschen Zeitpunkt, gefeiert haben, wirklich gegeben haben sollte und sollte dazu noch, trotz tausendmaliger Neuverfassung und „Manipulativer Hinzudichtung von Subjektivitäten aller Art“, des zweitmeistgelesenen Buches der Welt, gleich nach Harry Potter, wirklich schon vor vielen hundert Jahren, z.B. solche Sätze, wie den oben, unter die Leute gebracht haben, dann fragt man sich doch wirklich, was daran so schwer sein kann, dass wir es bis heute nicht begriffen haben.

Und wenn Sie schon mal das zufriedene Grinsen, im Gesicht eines Düsseldorfer Straßenbahnfahrers gesehen haben, wenn genau in dem Moment, als die alte Dame mit den drei schweren Einkaufstüten, die gerade unter Aufbringung ihrer letzten Kräfte versuchte schneller zu laufen, den Türöffnungsknopf der Bahn erreicht hat, losfährt und die alte Dame dort stehen lässt, dann wissen Sie genau was ich meine.

Doch wie bei allem im Leben gibt es auch in Düsseldorf Ausnahmen. (Obwohl ich die ersten Jahren wirklich daran gezweifelt habe!) Und manchmal passieren auch in Düsseldorf Dinge, die schlicht weg nicht beabsichtigt, oder aus purer Arroganz inszeniert worden waren. Also: Aus Versehen!

Bodo Bernhrad Baumennchen - Beruf: Busfahrer


Es war auch ein ganz normaler Dienstag, an dem nun wirklich nichts, aber nichts besonderes war. Weder war es ein Feiertag, noch hatte es irgendetwas mit Karneval zu tun, (Was in Düsseldorf gar nicht so einfach ist wie es sich anhört), noch gab es eine Mondfinsternis, oder sonst ein Astronomisches Ereignis das der Erwähnung erwähnenswert gewesen wäre. Es war eben einfach ein Dienstag, an dem Bodo Bernhard Baumnenchen, auf die Minute genau an der Haltestelle hielt, an der Der der ältere Herr Im Rollstuhl, so wie auch Donnerstags und Freitags, um die diese Uhrzeit, mit Bodos Bus fuhr.

Bis heute weiß man nicht warum, aber an diesem Tag vergaß der Busfahrer, die Schienen aus Metall, die ein Rollstuhlfahrer brauchte, um die hohe Stufe des Eingangs zu überwinden. Noch niemals, in seinen 46 Jahren als Busfahrer war ihm so etwas passiert. Er erinnerte sich sogar an Zeiten, wo er die Rollstühle noch selbst die Stufe hoch hieven musste, weil es die Metallschienen noch nicht gab. Aber weder wäre es ihm auch nur in den Sinn gekommen, einen Rollstuhlfahrer deshalb an der Haltestelle stehen zu lassen, noch zu vergessen besagte Schiene bereit zu legen, worüber der Gehbehinderte Mensch dann „bequem“ den Bus besteigen konnte.
46 Jahre, in den Bodo Bernhard Baumennchen nicht mal eine Ordnungswidrigkeit verschuldet hatte. 46 diszipliniert wie ein Uhrwerk, so kannte man ihn. Vor allem wenn es um die Aufmerksamkeit gehbehinderter Menschen ging,

Doch heute sah er in den Rückspiegel und stellte zufrieden fest, das „Eimergesicht von Baunenfelslaken“, wie der von allen nur Einmerchen genannte Hund mit vollem Namen hieß, brav auf seiner Hundedecke lag und fuhr los. Direkt an der Riesigen Baustelle für das neue Einkaufszentrum vorbei, wo der Lärm so groß war, dass Bodo den Hund nicht bellen hörte. Der Lärm ließ erst ein wenig nach an der nächsten Haltestelle nach, wo ihn Bodo dann auch endlich hörte und beim Blick in den Spiegel den Hund nicht mehr auf seiner Decke, sondern von der Leine, die an seinem Halsband befestigt war und bis auf ihn außerhalb des Busse war, sozusagen an die Tür „nagelte.“
Bodo Bernhard Baumennchen, der 46 Jahre wahrscheinlich nicht mal einen Regenwurm überfahren hatte, wusste die Gedanken in seinem Kopf nicht zu ordnen. Wäre die Sache untersucht worden, so hätte man voraussichtlich eine Schockstarre, oder so was Ähnliches diagnostiziert.

Doch so übergab Bodo den Hund und den Rollstuhl, ordnungsgemäß, nach Dienstschluss im Fundbüro ab, wo Letzterer in ein, dafür vorgesehenes, Regal kam und der erst ins Tierheim und dann zurück zu den Ausbildern kam, die eine lange Warteliste hatten und Eimerchen schnell wieder unterbringen konnten.

Ein paar Tage wunderte sich Bodo noch, warum denn der nette ältere Herr nicht mehr bei ihm mitfuhr. Nicht das dem Irgendwas passiert war …
Aber wie es so ist, hatte er den Mann bald vergessen und ging weiter, selber, jederzeit verantwortungsvollen Beschäftigung nach.

Seltsam? Aber so steht´s geschrieben.

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